Historische Ortskerne erhalten – aber wie?

Ein Beitrag zum Erhalt der Ortskerne von Christian Lanzrath

Von Christian Lanzrath

Die Bewahrung der historischen Ortskerne ist für mich als Ratskandidat eine wichtige Richtschnur, an der ich meine Entscheidungen ausrichten werde. Was heißt das für die Bürgerinnen und Bürger?

In diesen Fragen stoßen, wie so oft, unterschiedlichste Interessen aufeinander:

  • Bewohner*innen der Orte wollen die alten Ortsansichten behalten
  • Eigentümer*innen von Häusern und Grundstücken haben ein Interesse an einer wirtschaftlichen Nutzung ihres Eigentums
  • Baudenkmale sollen besonders geschützt werden und zur Geltung kommen
  • Alfter in der Region Köln/Bonn bleibt Zuzugsregion – wir brauchen Wohnraum
  • Ökologische Aspekte (Luftschneisen, Versiegelung von Flächen, Biodiversität, Energieffizienz) sind auch in den Ortskernen zu berücksichtigen und wo möglich zu fördern

Diese Interessen müssen gegeneinander abgewogen werden.

Aus den Ortskernen sollten einerseits keine Freiluft-Museen gemacht werden, an denen sich nie wieder ein Steinchen ändern darf. Die Menschen brauchen gewisse Möglichkeiten, z.B. für einen Dachausbau, wenn die Familie Zuwachs erwartet.

Andererseits sind beispielsweise die historischen Gassen im Hang von Gielsdorf, Oedekoven und Impekoven in ihrer Gesamterscheinung etwas besonderes. Auch trotz vieler Neubauten in den vergangen Jahrzehnten, ist eine behutsame Weiterentwicklung des Gesamtbildes wichtig. In meinen Augen reicht es nicht, die aktuellen Denkmäler zu bewahren und drumerherum zu genehmigen, was auch immer beantragt wird.

Brauchen wir eine Erhaltungssatzung?

Eine Erhaltungssatzung kann eines von verschiedenen, geeigneten Mitteln sein. Die Verwaltung hat dann Möglichkeiten, den Abriss von Gebäuden, die das Ortsbild prägen, aber vielleicht nicht unter Denkmalschutz stehen, zu verhindern. Auch können zu große Gebäude, die den Charakter der Gassen verändern würden, verhindert werden.

Wichtig beim Erlass einer solchen Satzung ist, dass die künftigen Spielregeln die o.g. Interessen gut gegeneinander abwägen. Außerdem müssen die selben Regeln für alle gelten. Hierfür braucht es gute Rahmenbedingungen, mit denen z.B. klargemacht werden kann, welche Gebäudegröße künftig möglich ist, um Ungleichbehandlungen zu vermeiden.

Fazit:

Der Erhalt der historischen Ortskerne liegt vielen Menschen am Herzen, wir können aus diesen aber auch keine Freiluftmuseen machen. Wir brauchen vernünftige Regelungen, die helfen, die Ortskerne in ihrem Erscheinungsbild zu bewahren und gleichzeitig den Menschen, die dort leben, Gestaltungsspielräume erhalten.

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