Fahrradinfrastruktur konsequent für die Verkehrswende ausbauen!

Von Christian Lanzrath

Wir setzen uns aktiv für die Gestaltung der Verkehrswende in Alfter und der Region ein.

Nach unserer Einschätzung kann nicht genug für die Förderung des Fußverkehrs, des Radverkehrs und des ÖPNV getan werden. Die positiven Auswirkungen auf unser Klima und auf die Gesundheit der Menschen durch eine Verkehrswende weg vom Auto und hin zu anderen Verkehrsmitteln sind allgemein bekannt.

Eine Förderung insbesondere des Radverkehrs kann nur erfolgreich sein, wenn Auto- und Radverkehr konsequent gleich behandelt werden. Das bedeutet in unseren Augen, dass beim Bau und der Sanierung von Straßen und Wegen die Wege für das Fahrrad gleichberechtigt mitwachsen müssen.

Die alte Verkehrspolitik aus den 1950er und -60er Jahren, nach dem Motto: „Zuerst nehmen wir den Platz für das Auto und teilen dann den Rest irgendwie auf“ ist in unseren Augen längst überholt.
Doch, was heißt das genau? Freizeitradler und Radpendler haben unterschiedliche Anforderungen.

Welche Voraussetzungen müssen Radwege für Pendler haben?

Pendlerwege müssen:

    • durchgängig,
    • breit,
    • sicher,
    • möglichst zügig befahrbar (im Schnitt25km/h) und
    • kreuzungsarm sein.

Auf Wegen, die diese Anforderungen erfüllen, kommen Pendler*innen in Bonn oft schneller ans Ziel, als Autofahrer*innen. Diese Qualitätssteigerung möchten wir verwirklichen. Wir stehen ein für eine gute, sichere, komfortable und schnelle Verbindung zwischen allen Bereichen in unserer Gemeinde und in umliegende Gemeinden, z.B.:

    • Erreichbarkeit der Dorfkerne mit den Geschäften
    • Gute Anbindung aller Wohngebiete und Gewerbegebiete,
    • Gute, direkte, sichere Verbindungen für Pendler nach Bornheim, Bonn und Meckenheim

 

Welche Maßnahmen stehen dabei für uns im Fokus?

    • Die Radpendlerroute Bornheim-Alfter-Bonn soll zeitnah fertiggestellt werden. Wichtig ist dabei vor allem eine gute Querungsmöglichkeit über die K12n unterhalb der Linie18, da hier Radfahrende teils minutenlang warten müssen, bis sich eine Lücke im Verkehr ergibt.
      Ohne gute Querungsmöglichkeiten bleibt die die „Radpendlerroute“ ein wirkungsloses Instrument.
    • Auch die Radpendlerroute von Rheinbach über Alfter nach Bonn muss weiterentwickelt werden. Die aktuelle Führung ist umständlich, mit vielen Gefahrenstellen verbunden und führt über unbeleuchtete, teils stark befahrene Streckenabschnitte auf einem riesigen Umweg nach Bonn. Diese Route muss besser werden. Ein Baustein hierfür wäre die Anpassung des unteren Wegscheids.
    • Bei der Sanierung der L113 von Oedekoven bis Alfter hat ein vernünftiger Radweg für uns hohe Priorität. Insgesamt brauchen wir entlang oder wenigstens nah-parallel der gesamten L113 vom Bahnhof Kottenforst bis nach Roisdorf gute, schnelle, sichere und durchgängige Radwege.

Woher kommt der Platz?

Einige Menschen denken dabei zunächst daran, dass „dem Auto Platz weggenommen werden soll“. Doch, stimmt das?

Klar ist, der Platz, den wir für Verkehr zur Verfügung haben, ist begrenzt. Wir werden keine Häuserzeilen abreißen, um einen Radweg zu bauen. Somit muss der vorhandene Raum besser und intelligenter aufgeteilt werden. Je mehr Menschen aber Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen, desto mehr Platz bleibt für die wenigen Autos, die zwingend unterwegs sein müssen, z.B. für Handwerker, für Lieferdienste, für den Postboten oder für Menschen, die aus persönlichen Gründen auf das Fahrrad angewiesen sind.

Zu den Menschen, die nicht im Auto sitzen müssen, gehören in unseren Augen auch Schulkinder. Der Schulweg ist jeden Morgen für die Kids ein kleines Abenteuer mit vielen Entdeckungen, die Bewegung an der frischen Luft ist gut für die Kinder. Gesundheit und Entwicklung profitieren vom Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad. Gute Radwege können also auch einen Beitrag dazu leisten, weniger Elterntaxis auf unseren Straßen zu haben, wenn die Kinder wieder umsteigen.

Fazit: Die Radwege müssen her.

Für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik in Alfter müssen Radwege als Verkehrswege für Pendler eingerichtet werden. Die touristische Werbung mit der „Rheinischen Apfelroute“  ergibt schöne Fotogelegenheiten, für eine Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrende im täglichen Pendelverkehr sind diese zur Apfelroute erklärten Wirtschaftswege der Landwirte nicht ausreichend.

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